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Saboteure der Wiedergutmachung eigener Verbrechen oder geläuterte Diener der Wahrheitsfindung? Fragmente zur Rolle der Polizei in den Entschädigungsverfahren von Sinti und Roma

Die Tradition der Diskriminierung und Gängelung der europäischen Sinti und Roma reicht vor die Zeit zurück, in der sich im Zuge der Entstehung ausdifferenzierter Staaten modernen Typs ein von anderen Verwaltungszweigen klar abgrenzbares Polizeiweisen etablierte. Seit es aber polizeiliche Institutionen im heutigen Sinne gibt, fiel die ausgegrenzte Minderheit primär in ihre Zuständigkeit. Das hatte zu
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Behördliche Handlungsräume im demokratischen Rechtsstaat oder: Warum zwangssterilisierte Sinti trotz ähnlicher Verfolgungsschicksale nach 1945 unterschiedlich entschädigt wurden

Wie andere Säulen der postdiktatorischen bundesdeutschen Vergangenheitspolitik war auch die Institution der Wiedergutmachung in der deutschen Bevölkerung wenig populär. Die Aversion einer Mehrheit, die den Nationalsozialismus mitgetragen hatte, gegenüber materieller Umverteilung zugunsten der Minderheit, die in der NS-Zeit Nachteile erlitten hatte, ist auch mit der anhaltenden Ablehnung ebenjener Bevölkerungsteile zu erklären. Wer schon immer mit
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„Heil Hitler“ als „Zigeunergruss“: Zur Analyse der befremdlichen Analogie eines Sozialdemokraten

Was im Januar 1948 in Heidelberg, der Stadt im kurpfälzischen Norden des auf dem Boden der amerikanischen Besatzungszone neu zusammengezimmerten Landes Württemberg-Baden, geschah, war etwas in dieser Zeit Alltägliches: Im Rahmen der von den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs verordneten und von deutschen Behörden ausgeführten Entnazifizierung erschien vor einem Mitarbeiter der Ermittlungsabteilung der städtischen Spruchkammer ein
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„Ein ganz großer Schock, der da passiert ist“ – Interview mit Chana Dischereit über den antiziganistischen Vorfall von Singen und seine Folgen

Von Laura Hankeln und Joey Rauschenberger Im Teilprojekt zum Antiziganismus wird die Bewältigung und Nicht-Bewältigung der NS-Vergangenheit in Baden-Württemberg aus der Perspektive des mehrheitsgesellschaftlichen Umgangs mit der Sinti und Roma-Minderheit untersucht. Im Vordergrund steht dabei die Frage nach den Kontinuitäten und Brüchen im antiziganistischen Diskurs und behördlichen Handeln über die historische Zäsur des Kriegsendes hinaus.
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„Mitarbeit am Werk unseres Führers“: Eine Biographie Herbert Krafts als Puzzleteil zum Verständnis der nationalsozialistischen Herrschaft

Den folgenden Text können Sie hier als pdf-Datei herunterladen. 1.    Einleitung Die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft ist seit über 70 Jahren vorbei. Das beispiellose Ausmaß der Verbrechen des Naziregimes in ganz Europa lässt die dunklen Schatten der braunen Vergangenheit jedoch spürbarer in die Gegenwart hineinragen als die irgendeines anderen Abschnitts der deutschen Geschichte. Die mörderische
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Der Ministerialrat Herbert Kraft und das französische Auto. Verwaltungspraxis in Karlsruhe und Straßburg zwischen „totalem Krieg“ und profaner Klüngelei

Im Frühjahr 1933 ins Amt gekommen war Herbert Kraft (1886–1946) als Ministerialrat und Abteilungsleiter für Höhere Schulen im badischen Kultusministerium mit weitgehenden gestalterischen Befugnissen beim Umbau der Landesschulverwaltung nach nationalsozialistischen Vorstellungen ausgestattet. Kraft hatte vor der Machtübernahme für die NSDAP im Badischen Landtag gesessen und von dort den demokratischen Staat, von dem er als Gymnasiallehrer
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