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Verwaltungsgeschichte und NS-Alltag in Heidelberg: Unterrichtsmaterialien zu Machtübernahme, Schule und Unterricht, Judenausgrenzung und –verfolgung, Widerstand, Zwangsarbeit und Universität in der NS-Zeit

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Plakatausstellung der 9d des Bunsen-Gymnasium Heidelbergs | Klicken zum Vergrößern

Hakenkreuzflaggen am Heidelberger Rathaus, Schulalltag mit Hitlergruß und Fahnenappell, die Geschichte einer jüdischen Familie in Heidelberg, Aktivitäten eines evangelischen Pfarrers für jüdische Mitbürger, eine illegale Zeitung aus Mannheim, Leben und Schicksal von Zwangsarbeitern oder Forschung und Wissenschaft bzw. Studentenalltag an der Universität: lokale Beispiele und authentisches Quellenmaterial lassen die zeitlich und räumlich als weit entfernt empfundene Geschichte lebendig werden und näher kommen. Ausgehend vom lokalen historischen Beispiel stellen sich ethisch-moralische Grundfragen für einen problemorientierten Geschichtsunterricht: Welchen ethischen Normen müssen Gesetze und Verwaltungsvorschriften genügen? Welche Handlungsspielräume bestanden und bestehen für die Einzelnen in einer Diktatur bzw. in einer Demokratie? Wie reagiert man im Konflikt zwischen Gehorsam und moralischem Gewissen bei gleichzeitiger Abschreckung durch Androhung von Gewalt? Vorauseilender Gehorsam und Anpassung oder Opposition und Widerstand ? …

Im Rahmen des Denkwerks wurden mit Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung am Bunsen-Gymnasium Heidelberg unter Leitung von StDin Ulrike Falkner und StR Andreas Adolphs Projektmaterialien konzipiert und erprobt, die verschiedene Facetten des Alltagslebens in Heidelberg unter dem Einfluss der nationalsozialistischen Gesetze und Verwaltung beleuchten. Für den Unterricht aufbereitet und unter der Rubrik „Für Schulen“ veröffentlicht sind jetzt zu verschiedenen Themen vielfältige Quellen sowie wissenschaftliche Literatur und Materialien zur NS-Geschichte und Erinnerungskultur in Heidelberg. Die Quellen wurden in Kooperation mit dem Projekt „Geschichte der Landesministerien in Baden und Württemberg in der Zeit des Nationalsozialismus“ von den wissenschaftlichen Hilfskräften Julia Meier und Ines Polzhofer recherchiert und zu umfangreichen Materialmappen zusammengestellt. Eine didaktisch-methodische Einführung gibt Anregungen für verschiedene Einsatzmöglichkeiten in einem quellenbasierten, schüleraktivierenden, kompetenzorientierten Geschichtsunterricht oder Projekten.

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Vortrag in den Räumen der Universität Heidelberg | Klicken zum Vergrößern

Die Ergebnisse des Denkwerk-Projekts aller Projektbeteiligten verschiedener Schulen und der Universität wurden im Rahmen einer Schülerkonferenz „Begegnungen vor Ort – Verwaltungsgeschichte und NS-Alltag“ im Historischen Seminar präsentiert. Die von den Schülerinnen und Schülern aus den jetzt veröffentlichten Materialien erstellte Ausstellung und Homepage finden sich auch auf der Homepage des Bunsen-Gymnasiums Heidelberg.

Wir danken Prof. Dr. Arendes und Prof. Dr. Engehausen für die Idee zur Erschließung neuer interessanter Perspektiven für den Geschichtsunterricht sowie die fachwissenschaftliche Unterstützung. Die von der Robert-Bosch-Stiftung geförderte Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Nachwuchswissenschaftlern/ Studierenden des Lehramts, Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern hat sich als sehr produktiv und für alle Beteiligten bereichernd erwiesen.

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